Dichter, Denker, Baumeister und ...

Mit dem Fahrrad auf Spuren bekannter Persönlichkeiten

Auf den Spuren von Schinkel, Kleist und der heiligen Hedwig Wer fällt Ihnen eigentlich ein, wenn es um märkische Berühmtheiten geht - Fontane, Schinkel, Zille? Bei letzterem zögern Sie schon und meinen, der gehört nach Berlin? Das ist richtig, aber nicht die ganze Wahrheit. Heinrich Zille (1858-1929) hat am Ausgangspunkt unserer Radtour, in Fürstenwalde, geheiratet. Im Fürstenwalder Dom findet man das Sandsteinepitaph für Dietrich von Bülow (um 1460 - 1523), Bischof zu Lebus. Nicht vergessen werden darf auch der Klempnermeister Julius Pintsch (1815-1884), ein Industriepionier, der die Küsten der Welt mit Leuchttürmen und Leuchtfeuern beliefert hat. In Berkenbrück treffen wir auf die Spuren des Dichters Hans Fallada (1893-1947). 1932 schrieb er hier an seinem Roman "Wer einmal aus dem Blechnapf frißt". Nach Briesen in die Pension "An der Spree" kam Anfang der 80er Jahre Inge Viet mit sieben weiteren RAF-Aussteigern. Tiefer in die Vergangenheit tauchen wir wieder in Alt Madlitz ein. Auf dem Schloß der Familie von Finckenstein war der Dichter Ludwig Tieck (1773-1853) oft zu Gast. Erinnert sei an den Gründer von Waldsieversdorf, Ferdinand Kindermann (1848-1919). Er schuf nach englischem Vorbild für Beamtenfamilien gesunde Wohnverhältnisse in natürlicher Umgebung. In den 50er Jahren ließ sich John Heartfield (1891-1968), der als Erfinder der Fotomontage gilt, in Waldsieversdorf nieder. Kurz nachdem der Dramatiker Bertolt Brecht (1898-1956), gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Helene Weigel (1900-1971), ein Haus in Buckow bezog. Heute ist das Brecht-Weigel-Haus ein Museum.



Mindestens auf fünf Berühmtheiten ist in Neuhardenberg aufmerksam zu machen. Auf den Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg (1750-1822), auf den Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné (1789-1866), auf den Architekten Friedrich Schinkel (1781-1841), auf Carl Hans Graf von Hardenberg(1891-1958), der zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 gehörte und auf den Kosmonauten Siegmund Jähn (geb. 1937).



In Letschin wird an den Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) erinnert, denn sein Vater führte hier eine Apotheke. Ein Denkmal macht auf Friedrich II. (1712-1786) aufmerksam. Die Letschiner ehren in ihm vor allem den Mann, der das Oderbruch trocken legen lies. Die Reitweiner Kirche ist ein Werk Friedrich August Stülers (1800-1865). Der Schinkel-Schüler war u.a. Mitglied der Dombaukommission in Berlin. Im Frühjahr 1945 hatte General Georgi Konstantinowitsch Shukow (1896 – 1974) seinen Befehlsstand in direkter Nachbarschaft. In der Lebuser Heimatstube wird an den Dichter Günther Eich (1907-1972) und an den Maler Karl Lukas Honegger (1902-2003) erinnert. Hingewiesen werden soll in Lebus auch noch einmal auf Dietrich von Bülow, der sich gern im Lebuser Schloß, das auf dem Schloßberg stand, aufhielt. Seine Biografie ist eng verbunden mit dem nächsten Ziel: Frankfurt (Oder). Bülow gehörte 1506 zu den Gründern der Universität Viadrina und war ihr erster Kanzler. Viele Studenten der Viadrina wurden später berühmt. Ein Museum ist Heinrich von Kleist (1777-1811) gewidmet, der hier geboren wurde. In Polen setzen wir unsere Reise fort. In Radachow, auf dem Rittergut, arbeitete Hans Fallada von Mai bis Oktober 1923. Und als Cybinka noch Ziebingen hieß und ein Schloß hatte, lebte Ludwig Tieck 17 Jahre lang hier. In Krosno sollten wir es nicht versäumen, uns der heiligen Hedwig von Schlesien(1174/78-1243) zu erinnern, sowie des Dichters Alfred Henschke (1890-1928), der später unter dem Pseudonym Klabund berühmt wurde. Bekannteste Tochter Gubens ist die Sängerin, Schauspielerin, Komponistin und Malerin Corona Schröter (1751 bis 1802). Der Politiker Wilhelm Pieck (1876 bis 1960), erster Präsident der DDR, wurde in Guben geboren. Tamara Bunke (1937-1967), die in Lateinamerika an der Seite Che Guevaras kämpfte, lebte von 1952 bis 1961 in Eisenhüttenstadt. Die Stadt, die wir nach rund 250 km erreichen, ist ab 1952 sozusagen aus dem Nichts entstanden. Der Architekt Kurt W. Leucht (1913-2001) hatte sich zuvor in der Sowjetunion über die Stadtplanung stalinistischer Prägung informiert

Wenn sie mehr wissen wollen, zum Beispiel wer die berühmten Absolventen der Universität Viadrina waren, dann bestellen sie unsere Broschüre.



Text: Carmen Winter
Fotos: Johannes Müller


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