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Von A wie Adonisröschen bis Z wie Zittergras
Eine Radtour zu botanischen Besonderheiten -
Baumriesen, Gräser und Wildblumen entdecken
Von dem, was auf unserer Erde wächst zu lesen, ist das eine. Etwas anderes ist es, hinauszugehen und sich Zeit zu nehmen für die Blumen, Gräser und Bäume. Auf der Botaniktour von Werbig über Frankfurt (Oder) bis nach Kostrzyn kann man sich in drei Tage von der überdurchschnittlichen Biotopvielfalt überzeugen, die Fachleute am Lebuser Land loben.
Die Tour beginnt im Oderbruchdorf Werbig und den ersten Stop legen wir in Buschdorf ein. Hier hat die Korbmacherin Thea Müller ihren Weidenheger. Weiter geht es durch das Oderbruch. Vor mehr als 250 Jahren war dieses Gebiet im Jahresverlauf mehrmals überschwemmt. Seit der Trockenlegung wird die Niederung vor allem landwirtschaftlich genutzt. An den Rändern der Entwässerungsgräben, die die Niederung durchziehen, wachsen Sumpfwolfsmilch und Filzige Pestwurz, Wasserschwaden und Rohrglanzgras.

Vom Deich bei Geschmar ist der Anblick der mit weißen Seerosen und leuchtend gelben Teichrosen bewachsenen flachen Gewässer besonders reizvoll.
Eine ganz andere Vegetation erwartet den Reisenden am Reitweiner Sporn, einem Höhenzug, der sich wie eine Nase ins Oderbruch schiebt. Diese Hänge wurden und werden beweidet. Dies und die Sand- und Mergelböden, die hier vorherrschen, führte zur Entstehung von Trockenrasengebieten, wie man sie sonst nur aus Zentraleuropa kennt. Teilweise wurde aber auch mit Kiefern, Robinien und Eichen aufgeforstet. Vorbei am Zeisigberg und an den Trockenrasenhängen entlang, die auch pontische Hänge genannt werden, führt der Weg weiter bis fast nach Frankfurt (Oder). Besondere Aufmerksamkeit verdient das Naturschutzgebiet "Priesterschlucht" bei Podelzig. Im Frühling blühen hier nicht nur die sonst so seltenen und unter Naturschutz stehenden Adonisröschen, sondern auch Kuhschellen und Schlüsselblumen.
Bei Mallnow durchfahren wir die beeindruckende Ginsterheide und weiter südöstlich, bei Lebus, sind es neben den Adonisröschen vor allem die Gräser, die das Herz des Botanikers höher schlagen lassen: Haargrassteppe und Kammschillergras-Hutungsrasen an den Hängen und Ufer-, Flutrasen-, Wiesen-, und Magerrasengesellschaften an den Flußufern.

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Wie ein Mosaik aus verschiedenen Grüntönen muten die Oderwiesen nördlich von Frankfurt an. Sogar kleinere Moore finden wir hier und auf einer Halbinsel einen Hartholzauenwald mit Stieleichen und Ulmen.
Mitten in Frankfurt überqueren wir die Oder. Am nördlichen Stadtrand von Slubice wächst im Eichen-Ulmen-Auenwald der Breitblättrigen Stendelwurz, eine Waldorchidee. Bei Nowy Lubusz durchfahren wir ein Gebiet mit einem umfangreichen Kanalsystemen und vielen Altwasser-Armen der Oder. Die Kleine Wasserlinse und die Vielwurzelige Teichlinse bilden teilweise geschlossene grüne Teppiche auf der Wasseroberfläche aus.

Eine steppenähnliche Landschaft erwartet uns wieder in Pamiecin. In Owczary wird das Naturschutzgebiet durch Weidewirtschaft gepflegt. Ein Wiesenmuseum lädt zum Besuch ein.
Der letzte Höhepunkt auf unserer Botanik - Tour soll die Czarnowska Düne sein. Nur spärlich ist der Sandboden von Pflanzen bedeckt. Der scharfe Mauerpfeffer, Sand-Thymian, Silbergras, Feld-Beifuß, Karthäuser-Nelke und Sand-Nelke besiedeln die Düne. Aber auch hier liegen Trockengebiete und Feuchtgebiete nah beieinander. In den Auen bei Czarnowska dominiert das satte Grün. Nach ca. 109 km ist der Bahnhof in Kostrzyn das Ziel der Reise.

Wenn sie mehr erfahren wollen, zum Beispiel was einem Mann passieren konnte, der Wurzel des Mannstreu bei sich trug, dann fordern sie unsere Broschüre an.
Text: Carmen Winter Fotos: Müller
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