Burgen - Festen - Schlösser und Paläste

Eine Wanderung zu Stätten historischer Baukunst

Romantisch und spannend zugleich verspricht diese ca. 107 km lange Wanderung zu den Burgen und Schlössern im Lebuser Land zu werden.
Dem Städtchen Lebus sieht man heute nicht mehr an, daß es einst zu den Zentren der Region gehörte. Mindestens zwei Burgen (manche Forscher vermuten sogar drei) von beachtlicher Größe prägten im Mittelalter das Bild des Ortes. Bei Ausgrabungen, die hier schon seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ganz gezielt durchgeführt wurden, stieß man auf Befestigungsanlagen, die bis in die Bronzezeit zurück reichen. Im Jahr 2004 rückte Lebus mit einem spektakulären Bronzefund ins Licht der Öffentlichkeit. 106 Bronzebeile mit einem Gewicht von 22,5 Kilogramm waren im 9. Jahrhundert vor Chr. vermutlich als Opfergabe versenkt worden.



Auf unserer Wanderung berühren wir noch einen anderen, strategisch ähnlich interessanten Punkt: den Reitweiner Sporn. Das geübte Auge entdeckt schnell die Reste eines slawischen Burgwalls, der aus dem 7./8. Jahrhundert stammt. Im 20. Jahrhundert, genauer im Frühjahr 1945, befand sich hier der Befehlsstand des Befehlshabers der 1. Belorussischen Front, Marschall Shukow.



Auch in Kostrzyn erwarten uns die Reste einer Festung. Seit Ende des 16. Jahrhunderts baute man hier an Befestigungsanlagen. Der Belagerung während des Dreißigjährigen Krieges hielt Küstrin stand, 1806 nahmen französische Truppen die Festung ein, 1945 fielen Stadt und Festung in Schutt und Asche.



Schloß Tamsel hat schon Theodor Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" ausführlich beschrieben. Heute heißt der Ort Dabroszyn. Häufiger Gast im nur 5 Kilometer von Küstrin entfernten Schloß war Friedrich II. Eine wahre Überraschung erwartet den Wanderer in Glisno. Das hiesige Schloß ist ein verkleinerter Nachbau des Potsdamer Schlosses Sanssouci, Sommersitz von Friedrich II. Die zweiflügelige Anlage mit dem ovalen Mittelsaal gilt als gelungenste aller Kopien des Potsdamer Originals. Wer ausprobieren will, wie es ist, sich als Schloßherr zu fühlen, kann im nur wenige Kilometer entfernten Lubniewicer Schloß übernachten. Es wurde 1908 bis 1910 im Stil der Neurenaissance errichtet. Vom Turm aus kann man den Blick weit über die Landschaft mit den beiden Seen Lubiaz und Kraijnik schweifen lassen.



Etwa 7 km nordwestlich von Lubniewice, in Rogi, finden wir eine Kopie eines der Lubniewicer Schlösser. Am Etappenort und dem Endziel unserer Wanderung, in Sulecin angekommen, wird sich der Wanderer fragen: Und wo finde ich hier die Burg, die Festung, das Schloß. Es gibt sie nicht mehr. Sie sind, wie so viele andere auch, versunken im Lauf der Geschichte. Dafür bietet die Stadt aber eine ganze Reihe anderer Sehenswürdigkeiten der Zeitgeschichte, die die Wandersleute zum Abschluß der Tour auf sich wirken lassen sollten.

Wenn Sie mehr wissen wollen, zum Beispiel wer in der Lebuser Burg lebte, bestellen sie unsere Broschüre.


Text: Carmen Winter
Fotos: Johannes Müller, Stefan Wiernowolski, Zbigniew Rudzinski



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